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Zahnpasta - Was steckt drin?

Zahnpasten sind heutzutage in den verschiedensten Varianten erhältlich. Sie versprechen strahlend weiße Zähne und gesundes Zahnfleisch. Doch was steckt wirklich drin und woran erkennt man eine gute Zahnpasta?

Inhaltstoffe von Zahnpasten:
  • Fluoride
  • Schleifmittel (= Putzkörper)
  • Wasser
  • Aromaöle
  • Süßstoffe – z.B. Saccharin, Xylit (nicht kariogene Süßstoffe)
  • Feuchthaltemittel – z.B. Glyzerin, Sorbitol, Propylenglykol
  • Bindemittel – z.B. Natriumalginat
  • Tenside/Schäumungsmittel – z.B. Natriumlaurylsulfat
  • Konservierungsstoffe – z.B. Hydroxybenzoesäureester
Eine Zahnpasta soll neben der effektiven Reinigung der Zähne von Plaque (Zahnbeläge) auch einen frischen Atem hinterlassen und durch das Einbringen von Fluoriden den Kariesschutz erhöhen.

Zunächst einmal werden Zahncremes für Erwachsene von Kinderzahnpasten unterschieden: Der Fluoridgehalt einer Kinderzahnpasta liegt bei 500 ppm (0,05 %), für die bleibenden Zähne sind es in der Regel 1000-1500 ppm (0,1-0,15 %). Das Fluorid dient dem Kariesschutz. Es wird in den Zahn eingebaut, dabei entsteht Fluorapatit.

Kinder sollten eine Zahncreme mit einem geringeren Fluoridgehalt verwenden, bis sie sicher in der Lage sind, den sich bildenden Schaum auszuspucken. Aus dem gleichen Grund wird empfohlen, bei Kinderzahncreme nicht auf die fruchtig-frisch und lecker aromatisierten Varianten zurückzugreifen, da diese das Verlangen der Kinder, die Zahnpasta zu schlucken, deutlich erhöhen. Auch neutral schmeckende Varianten werden von den Kindern akzeptiert, die Umstellung dauert meist nur wenige Tage.

Häufig eingesetzte Fluoride sind:
  • Aminfluorid
  • Natriumfluorid
  • Natriummonofluorphosphat
  • Zinnfluorid
Enthält eine Zahnpasta zusätzlich den Wirkstoff Triclosan, so dient dies der Prophylaxe von Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und der Bekämpfung von parodontopathogenen Keimen (Keime, die eine Parodontitis  –entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates – verursachen können).

Ein weiterer Hauptbestandteil sind die Schleifmittel. Hierbei ist es wichtig, dass eine Zahnpasta nicht zu stark abrasiv ist, da es sonst nach und nach zu einem unwiderruflichen Verlust an Zahnhartsubstanz kommt. Zahncremes, die speziell damit werben, die Zähne weißer zu machen, enthalten oft starke Schleifmittel wie Kalziumkarbonat oder Kieselgel. Dazu zählen auch Raucherzahncremes.

Andere Putzkörper können Phosphate sein, wie Dicalciumphosphat oder Natriummetaphosphat, feindisperse Kieselsäure oder auch Kunststoffe.

Die Abrasivität einer Zahncreme wird in RDA (Radioactive Dentin Abrasion) oder RDE (Radioactive Enamel Abrasion) angegeben. Je höher der Wert, desto abrasiver die Zahnpasta. RDA-Werte zwischen 35 und 50 gelten als optimal. Liegt der RDA niedriger, ist die Reinigungswirkung nicht mehr ausreichend.

Insbesondere wenn bereits Defekte wie freiliegende Zahnhälse vorliegen oder die Zähne bereits sensibel sind, sollte auf den Einsatz von weißmachenden Zahncremes verzichtet werden.

Es gibt wiederum Zusatzstoffe, die sensible Zähne schützen und die Empfindlichkeit verringern. Dazu zählen Fluoridverbindungen, Kaliumnitrat oder Strontriumchlorid. Ihre Funktion ist der Verschluss der Dentinkanälchen. Diese enthalten feine Nervenendigungen (Odontoblastenfortsätze). Liegt das Dentin frei, nehmen diese Nervenendigungen Schmerzreize wie Kälte auf, der Zahn ist empfindlich. Der Zahnschmelz enthält diese Kanälchen nicht und ist folglich nicht schmerzempfindlich.

Um die Neuansammlung von Belägen zu verringern, sind  den Zahncremes plaquehemmende Wirkstoffe zugesetzt. Dies können Enzyme sein wie Amyloglukosidase und Glukoseoxidase. Andere Wirkstoffe sind das Chlorhexidin oder Sanguinarin.

Zuletzt sind die Zahnsteininhibitoren zu nennen. Zahnstein entsteht durch Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel in den die Zahnoberfläche bedeckenden Plaquefilm. Zahnsteininhibitoren hemmen die Ausfällung der Mineralien. Zu Ihnen gehören viele Phosphate wie Pyrophosphate, Phosphonate, aber auch Zinkzitrat beugt Zahnsteinbildung vor.

Eine gute Zahncreme sollte eine nicht zu starke Abrasivität aufweisen und den Bedürfnissen angepasst sein. Zahnpasten für sensible Zähne oder zur Verwendung bei Gingivitis und Parodontalerkrankungen werden häufig von Zahnärzten empfohlen. Ebenso sollte ausschließlich fluoridierte Zahncreme angewendet werden, da dies den Schutz vor Karies deutlich erhöht.

Literatur
Craig R.G. Powers J.M. Wataha J.C. Zahnärztliche Werkstoffe. Eigenschaften und Verarbeitung. 1. Aufl. 2006
Hellwig E. Klimek J. Attin Th. Einführung in die Zahnerhaltung. 3. Aufl. (2003)
Sander C. Sander F.M. et al. Zahnpasten für Kinder und Erwachsene. Abrasionswerte im Vergleich. zm 95, Nr. 7, Seite 44-50 (2005)